Wäsche waschen, minimalistisch

Da ich herkömmliches Waschmittel nicht vertrage, habe ich bereits Allergikerwaschmittel und Waschnüsse probiert. Da Waschnüsse eher problematisch sind*, benutze ich derzeit erfolgreich ein simples, billiges, verträgliches und selbstgemachtes Waschmittel.

Folgende Zutaten werden 1:1 gemischt:
  • Kernseife, geraspelt (oder Seifenflocken)
  • Kristallsoda

Dosierung: 1-2 EL ins Waschmittelfach
Außerdem empfehlenswert: einen guten Schluck Essig ins Weichspülerfach.

Nichts einfacher als das!

Kann auch als Universalputzmittel benutzt werden. Sauer (Schuss Essig oder etwas Zitronensäure) gegen Kalk, alkalisch (Schuss Natron oder etwas mehr Soda) gegen Fett. Von mir bereits erfolgreich für Geschirr, Fliesen, Laminat und die Dusche verwendet.


*Seit die Nachfrage nach Waschnussschalen in Europa so hoch ist, werden diese Schalen in den Herstellerländern immer teurer. Die Menschen dort müssen dann auf billige industrielle Waschmittel zurückgreifen, die wegen fehlender Standards umweltschädlich und gesundheitsgefährdend sind. Angeblich sollen Waschnüsse sich auch nicht so gut mit unseren Kläranlagen vertragen.

Vom Optimierungswahn

Iss keinen Zucker! Iss keine Milchprodukte! Iss Milchprodukte! Iss kein Getreide! Iss viel Vollkorn! Iss keine Hülsenfrüchte! Iss Hülsenfrüchte! Iss kein Fleisch! Iss viel Fleisch! Iss roh! Iss gekocht!

Es gibt zig Ernährungsreligionen, äh ich meine -Konzepte, die sich im Grunde alle irgendwo widersprechen, die sich alle ihre Rosinen aus den wissenschaftlichen Studien picken und die alle quasi ewiges Glück und Weltfrieden versprechen.

Meine 94jährige Oma hat mir heute erzählt, wie sie und ihre Familie in der Besatzungszeit von den Russen Erbsen und Bohnen bekommen haben, die sie erst mal zwischen die Doppelfenster legen mussten, damit die Würmer rauskriechen.

Irgendwie rückt das meine Perspektive wieder zurecht.

Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass dieses Herumgebastle an der Ernährung, das hypochondrische Vermuten von Unverträglichkeiten bei jedem Wehwehchen in Wahrheit nur eine riesige Industrie füttert. Und der Begriff Brot und Spiele kommt mir in den Sinn.
Die Leistungsgesellschaft macht auch vor unserer Privatsphäre nicht Halt und überwuchert uns mit ihrem Druck, auch in unserer Freizeit, in unseren Beziehungen, in unserer Ernährung, unseren Hobbies perfekt zu funktionieren. Systembedingte Probleme (nicht immer sind das rein medizinische Probleme!) wie chronische Müdigkeit, Depressionen und Burnout werden zu gerne auf Einzelpersonen geschoben. Du bist ständig müde? Vertragst bestimmt den Weizen nicht.

Auch Die Zeit hat sich in ihrer Ausgabe von 21. November dem Thema (eingebildete) Nahrungsunverträglichkeiten gewidmet, deren Leitartikel kannst du hier oder in der Printausgabe, die in deiner Bibliothek bestimmt aufliegt, nachlesen.

Besser, schneller, gesünder, fitter, früher, länger, gescheiter, höher, weiter… Verlierst du dich auch manchmal im allgegenwärtigen Optimierungswahn? Welche Bereiche sind es bei dir? Und was bringt dich wieder auf den Boden, rückt deine Perspektive wieder zurecht?

Disclaimer: Es gibt Menschen, die mehr oder weniger große gesundheitliche Probleme durch eines dieser vielen Ernährungskonzepte unter Kontrolle gebracht haben. Diese mögen sich bitte ausgeklammert fühlen.

Weihnachtsinspiration: keine Weihnachtsmärkte

Ach, der Advent! So romantisch, kuschelig und kekskrümelig! Und die Weihnachtsmärkte, voll mit Glitzer, Filz und Keramik. Nach der Arbeit Punsch trinken gehen und dabei an Seifen schnuppern. Ich glaube, die meisten Menschen mögen Weihnachtsmärkte.

Ich gehe jetzt daher mutig das Risiko ein, dass so mancher Leser nach der Lektüre dieses Beitrages seine Menschenbewertungsskala nimmt und mich einige Punkte nach unten reiht.

Denn: Ich mag keine Weihnachtsmärkte.

Christkindlmärkte – Zutaten:
500g überteuerte lieblose Massenware
250g Zucker in wenig wohlschmeckender Form
175g Alkohol mit unkreativen Aromastoffen
mit 5EL nerviger Zwangsbeschallung (etwa die Aprés-Ski-Version von Last Christmas) abschmecken
gut durchmischen und für 4 Stunden ins Gefrierfach stellen
 
Vermutlich sind Weihnachtsmärkte tatsächlich nur mit einem mindestens moderaten Alkoholpegel zu ertragen. Eine Ausnahme könnten liebevolle Kunsthandwerksmärkte sein, aber finde die mal.
Dieses Jahr mache ich einen großen Bogen um Weihnachtsmärkte.

Statt dessen werde ich die Quintessenz der Weihnachtsmärkte (Freunde, Punsch und Kekse) zu mir nach Hause verlagern 😉 – konsumfrei, lastchristmasfrei und viiieeeeel gemütlicher!

Machst du mit?