2. Die „Hardware“: Proportionen, Farben, Formen

Bis jetzt ging es im Kleiderschrankspecial um die Persönlichkeit, nun probier ich mal die andere Richtung. Hier ist die Frage, was ist physisch vorhanden und wie kann ich damit arbeiten? Die „Hardware“ ist der eigene Körper: in welchen Farben ist er gehalten, wie ist er geformt und welche Proportionen hat er? Das nenne ich jetzt einfach mal die „Hardware“.

Der vitruvianische Mann vom Vinci Leo. Kennen wir. (Quelle: Wikipedia, eh klar)

Ob man einen Körper besitzt, der in kontrastreichen oder sanften Farben gehalten ist, ob man lange oder kurze Beine, eher kantigere oder weichere Körperformen hat – das alles beeinflusst was uns steht und was uns passt.

Leonardo da Vinci hat sich schon vor längerer Zeit mit Körperproportionen beschäftigt, Farbtypen und Körperformen sind erst vor kürzerer Zeit in Systeme gefasst worden. All diese Systeme sind hilfreiche Leitplanken, die man befolgen kann, aber nicht muss. Trotzdem hilft oft die Beschäftigung mit solchen Systemen, individuelle Zusammenhänge an sich selber zu bemerken.

Natürlich sind solche Systeme nicht für jeden Menschen hilfreich. Mir helfen Prinzipien und Typologien immer, den Kern einer Sache zu verstehen, um im nächsten Schritt das dann kritisch und individualisiert anzuwenden. Wenn du mit Typologien nichts anfangen kannst oder der praktische learning-by-doing-Typ bist, findest du aber bestimmt genauso Inspiration.

Sinn und Nutzen von Typensystemen

Viele Menschen finden Systeme wie Farbtypen öd oder einschränkend. Wer bestimmt denn eigentlich, was man anzuziehen und wie man auszusehen hat?
Auch wenn sich diese Systeme auf den ersten Blick wie Schubladen lesen – das ist Auslegungssache. Ich schlage vor, dass du diese Systeme als Inspiration und Werkzeuge siehst, die du soweit verwendest, wie sie dir nutzen.

Denn nutzen können sie durchaus sehr viel!
Ein minimalistischer Kleiderschrank ist möglich, weil die Farben und Stile konsistent sind und alles mit allem zusammenpasst – vor allem mit dir!
Ein nachhaltigerer Kleiderschrank ist möglich, weil man immuner gegen Trends und Fast Fashion wird, Fehlkäufe rechtzeitig durchschaut. Der Farbtyp und der Körpertyp bleiben das ganze Leben lang gleich, auch das ist Nachhaltigkeit.
Es sind weitere Vorentscheidungen, die einem das Leben letztlich leichter machen.

Der Unterschied zur „Software“ ist, dass diese Systeme eine neutrale(re) Position bieten. Sie transzidieren Moden und sind ein Gegenpol zur Selbstwahrnehmung. Es ist der Versuch einer Annäherung an eine objektive(re) Wahrheit, könnte man sagen. Das kann ganz schön hilfreich sein!

Eine schöne Grundaussage der Systeme ist: Es gibt unterschiedliche Menschen und alle sind schön! So siehst du aus, und es ist gut, wie du aussiehst. Da magst du jetzt denken, ja eh klar! Was ist da jetzt die grandiose Aussage?
Es hat was mit der Zeit zu tun. Die Modephasen entwickeln sich ja immer so nacheinander. Denke mal an die Schnitte und Farben in den 60ern, 70ern, 80ern. Die Abfolge der Farben in den Geschäften: Im Frühjahr die Ostereierfarben, im Herbst die Herbstwaldfarben. Man bekommt so eine Zeitleiste, eine Linie. Was einem diese lineare Zeitleiste aber verschweigt ist die Information, dass es im Falle der realen Menschen nicht eine Linie ist, sondern viele. Die Breite fehlt. Und die Breite sind in diesem Fall die verschiedenen Menschentypen. Und so ist die Mode auch, sie ist linear und geht nicht in die Breite, was uns suggieriert, jedem Menschen stünde alles und wenn dir die aktuelle Mode nicht steht, ist das deine eigene Unzulänglichkeit.
Die Typensysteme haben mir wieder diese Breite in den Blick gerückt. All die anderen Typen Mensch, die gerade von der Mode ausgespart werden. Mir ist vieles bewusst geworden und ich bin zufriedener geworden. Und wenn ich im Kaffehaus sitze, schau ich mir die Leute jetzt umso lieber an! 😀

Und selbst wenn die Systeme nicht so dein Ding sind, findest du vielleicht trotzdem Inspiration 🙂 Und auch die „Software“ allein bringt einen schon enorm weiter.

Was erwartet dich?

Ich möchte dir zwei Systeme zeigen, die recht unterschiedlich sind, aber (für mich) sehr hilfreich sind. Das eine sind die Farbtypen (welche Farben stehen mir?), den anderen Teil könnte man mit Körpertypen (Welche Linien harmonieren mit meinem Körper?) überschreiben.


Fühlst du dich von zu viel Auswahl auch immer schnell überfordert oder kannst du damit ganz easy umgehen? Oder fühlst du dich von der enormen Auswahl trotzdem ausgelassen? Kennst du schon solche Systeme?

materialfehler muss schon wieder Kosmetik aufbrauchen

Puh. Also meistens fällt es mir ja leicht, mein persönliches Besitz-Level zu halten. Aber wenn im Leben viel zu tun ist, übersieht man einige Dinge leicht (besonders wenn man sie gut verstaut). Und ich hab paradoxerweise bei Essen und Kosmetik einen leichten Hamstertick. Gib mir einen -10% Gutschein vom dm und ich lass auf einen Schlag 150€ dort und komm mit zwei Reisetaschen voller Nudeln, Müsli, Aufstriche und Schampoo wieder. Weil wird ja nicht schlecht! Unterm Strich hab ich voll gespart! Muss ich seltener einkaufen! Muss ich am Sonntag nicht verhungern!
Schlimm ist das.

Aber zuerst mal zur besseren Nachricht:

Alles, was ich seit dem letzten Posting aufgebraucht oder sonst wie losgeworden bin

Kosmetikprodukte

  • Alverde Ultra Sensitive Bodylotion
  • Balea Bodylotion Probegröße
  • DIY Gesichtsöl
  • Sante Glanzspülung
  • Alverde Ultra Sensitive Schampoo
  • Balea Kokosbalsam (4x)
  • Balea Mangospülung (2x) (1x)
  • Alverde Flüssig-Makeup
  • Alverde Conceiler
  • essence Lipgloss transparent
  • DIY Lipgloss transparent
  • Dontodent Zahnpasta
  • Haarseifen(proben) (11x) (4x)
  • DIY Deocreme

DIY Rohstoffe

  • Traubenkernöl 4/2014
  • Sorbit 7/2014
  • Distelöl 9/2014
  • Urea 11/2014
  • Carnaubawachs 11/2014
  • Neutralöl 12/2014
  • Brokkolisamenöl 12/2014
  • Weizenprotein 2/2015
  • Sheabutter 7/2015
  • Keratin 11/2015
  • vergällter Weingeist 12/2015
  • Squalan 8/2015

Die Rohstoffe habe ich in Verwurschtungsseife reingesiedet, die Bodylotion verschenkt, den Rest selbst, tlw. zweckentfremdet aufgebraucht. Auf die Existenz der Schminksachen hab ich im Stress komplett vergessen.

Und jetzt zur schlechten…

Alles, was sich seither trotzdem angesammelt hat

Da hat eine Schampooseife für die nächsten 10 Jahre gesiedet.

Die Liste der Schande werde ich diesmal zusammenkürzen. Zu verbrauchen ist:

  • Schampoo: ooooo oo
  • Conditioner: ooooo ooooo oo
  • Duschgel: ooo
  • Gesichtsreinigung: ooo
  • Cremes: ooooo
  • Deo: oooo
  • Zahnpasta: ooo
  • Haarseife: ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooo
  • Körperseife: ooooo ooooo ooooo ooooo ooooo ooo
  • Rohstoffe: Öle/Fette: ooooo o
  • Rohstoffe: Wirkstoffe: ooooo ooooo oooo
  • Rohstoffe: ätherische Öle: ooooo ooo
  • Schminkzeug: ooooo

Puh. PUH!

Also der Plan ist der, dass ich aus jeder Kategorie nichts kaufen oder pantschen darf, bevor nicht alles (aus der jeweiligen Kategorie) aufgebraucht ist und alle o mit einem x abgehakt.
Hamsterkäufe bei Nudeln oder Apfelringen, die bei mir schnell wieder weg sind, sind das eine, aber Schampoo brauch ich in hundert Jahren nicht auf (zumal ich mittlerweile meist mit Seife wasche).
Verschenken möchte ich diesmal nach Möglichkeit nichts, weil ich mir das Aufbrauchen beibringen möchte. Mir ist beim letzten Besuch bei meinen Eltern aufgefallen, dass meine Mutter keine Vorräte ansammelt. Erst wenn man in die Duschgelflasche Wasser reinfüllt, um den letzten Rest aufzubrauchen, wird ein neues gekauft. Irgendwo im Netz hat eine Bloggerin oder Forumsuserin davon erzählt, dass ihr aufgefallen ist, dass sie viel zu früh Zahnpasta kauft – sie glaubt immer, die Tube wäre aus, dabei kommt sie dann noch mindestens ein Monat damit aus. Meine Schwester ist genauso, die kauft auch immer massig Vorräte. Sie hat allerdings ein Haus mit großer Vorratskammer (und einen Pack hungriger Wölfe äh Kinder), die Kammer wäre auch da, wenn sie nur halbvoll wäre. Aber bei mir in meiner kleinen Wohnung ist das doch absurd. So schnell bricht der 3. Weltkrieg auch wieder nicht aus.

Gehts euch da genauso? Erwischt ihr euch auch beim sinnlosen Hamstern? Oder kauft ihr wirklich nur Stück für Stück zeitnah nach?

materialfehler muss Kosmetik aufbrauchen

Ein paar Tage, nachdem Apfelmädchen und Sadfsh ihre „Brauch es auf!“-Challenge präsentiert haben, habe ich meine Kosmetiksammlung entdeckt, gut versteckt in einem Schrank und ganz hinten im Kühlschrank.
Äh ja. Madame materialfehler, die ja vor nicht allzulanger Zeit mit ihrem Kosmetikminimalismus angegeben hat. *hust*
Ich hab aber gleich eine Ausrede, denn: eine trockene Fetthaut, ein eher seltener Teint, eine empfindliche Nase und ein Hang zu DIY-Experimenten können sowas mal passieren lassen.

Sowas:

Kosmetikprodukte

  • Alverde Ultra Sensitive Bodylotion
  • Balea Bodylotion Probegröße
  • DIY Gesichtsöl
  • Sante Glanzspülung
  • Alverde Ultra Sensitive Schampoo
  • Balea Kokosbalsam (4x)
  • Balea Mangospülung (2x)
  • Alverde Flüssig-Makeup
  • Alverde Conceiler
  • essence Lipgloss transparent
  • DIY Lipgloss transparent
  • Dontodent Zahnpasta
  • Haarseifen(proben) (11x)
  • DIY Deocreme

DIY Rohstoffe

  • Traubenkernöl 4/2014
  • Sorbit 7/2014
  • Distelöl 9/2014
  • Urea 11/2014
  • Carnaubawachs 11/2014
  • Neutralöl 12/2014
  • Brokkolisamenöl 12/2014
  • Weizenprotein 2/2015
  • Sheabutter 7/2015
  • Keratin 11/2015
  • vergällter Weingeist 12/2015
  • Squalan 8/2015

Warum hat sich das angesammelt?
Bei den fertigen Kosmetikprodukten waren es großteils Neugier auf ein mir noch unbekanntes Produkt. Bei den Rohstoffen wollte ich Gesichts- und Haarpflege selber machen, da es eher schwierig war, Produkte zu finden, die meinen Kriterien entsprachen (kein Cetyl Alkohol, keine Beduftung) bzw. für meinen Hauttyp (trockene Fetthaut) oder Haartyp (feine, lange Haare die schnell überpflegt sind, aber trotzdem ein geringes Maß an Pflege wollen)

Warum haben sich diese Produkte und Rohstoffe nicht durchgesetzt?
Das Makeup war leider trotz vermeintlich gelblicher Ausführung zu rosastichig (bzw. habe ich einen oliven Teint, also bräuchte eigentlich gelblich-grünliches MU). Die Lipglosse haben gegen die Mamaglück Brustwarzensalbe ziemlich abgestunken. Die Pflegeprodukte für Haut und Haar sind entweder zu reichhaltig oder zu stark beduftet. Die Haarseifen habe ich zu Testzwecken hier, bin draufgekommen dass Kokosöl, Mandelöl und tlw. auch Olivenöl nicht so der Burner für meine Haare sind (zu Haarseifen erzähl ich später mehr). Die Zahnpasta hab ich aus falschem Geiz gekauft und danach dann doch wieder meine Rosmarinzahnpasta aus dem Bioladen nachgekauft. Mit der Deocreme ist nichts verkehrt, nur dass ich diesmal Stärke dazugemischt hab und sie daher krümelig und mehlig geworden ist.

Wie gedenke ich, die Produkte loszuwerden?
Durchbeißen, zweckentfremden, herschenken. Manches muss ich nochmal kurz probieren, ob ich es einfach weiterverwenden will/kann oder ob ich es lieber weiterschenke. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, werde ich im Gegensatz zu Apfelmädchen und Sadfsh eher nicht tapfer versuchen, alles aufzubrauchen, sondern vermutlich lieber vertauschen und verschenken. Bei manchen Rohstoffen hab ich aber noch ein bisschen Zeit, mir das zu überlegen.

Was sammelt sich bei euch so an und warum? Braucht ihr es lieber auf oder schenkt ihr es weiter?
Habt ihr gar Aufbrauchideen für mich?

Seifenreste stilsicher verbrauchen

Stückseife ist bekanntlich ökologisch, weil sie kaum Verpackung braucht und auch von Biokläranlagen abgebaut werden kann. Sie ist hygienischer als ihre saure/ph-neutrale Halbschwester im Spender, weil sie alkalisch ist und somit keimfrei. Und üblicherweise ist sie auch freundlicher zur Haut.

Aber was tun mit den kleinen Resten, die nicht mehr gut in der Hand liegen?

Ich sammle sie in einem Geschenkbeutel aus Organza und wenn der voll ist, leg ich ihn neben das Waschbecken. Durch das feine Organzanetz erhält man richtig flauschige Schaumberge!

Sieht doch ziemlich schick aus, oder?

Man kann viiieeele Seifenreste auch mit genügend Wasser am Herd wieder zusammenschmelzen und ein neues buntes Stück Seife formen, danach trocknen lassen.

Oder man kann den Seifenrest als Schneiderkreide zweckentfremden. Das Seifenstücki ist nämlich durch das anwaschen außen wie angespitzt und beim Waschen sind die Markierungen dann flugs wieder draußen.

Was stellt ihr mit Seifenresten an?

Minimal-Bad-Strategien (5): Loswerden

Nun denn, jetzt hat man sich schon die Mühe gemacht und den Inhalt seines Bades systematisch überdacht und schließlich auch einiges ausgemistet – aber wohin mit all dem ungewünschten Kram? Hier also der logische letzte Punkt meiner kleinen Reihe: Wie minimalisier ich den Krempel in meinem Bad?

1. Wegwerfen
Alles, was vor langer Zeit abgelaufen ist, eingetrocknet oder dessen Emulsion sich getrennt hat, das komisch riecht oder sonst wie gammlig ist – ab in den Restmüll. (Außer Behälter, die unter Druck stehen – die sind Sondermüll!)

2. Zurückgeben
Ein neues angebrochenes Produkt, das du nicht vertragen hast, kannst du mitsamt Kassazettel ins Geschäft zurücktragen (oder nach Absprache an die Firma zurücksenden), hast du das gewusst? Gerade bei teuren Produkten zahlt sich das echt aus!

3. Weiterschenken
Freunden, Familie, einem Umsonstladen oder der Obdachlosenhilfe schenken – oder einfach im Wohnhaus aussetzen.

4. Zweckentfremden
Mit Schampoo und Duschgel kann man auch Geschirr ab- und den Boden aufwaschen, die Wäsche waschen (besonders Wolle!), die Dusche putzen oder, wenn du auf sowas stehst, den Hund schampoonieren…
Gesichtscremes dick über Nacht auf die Füße schmieren, als Leave-in für die Haarspitzen oder 1:1 mit Conditioner gemischt als Haarkur vor der Wäsche, Haarspülung als Rasierschaumersatz…
Nagellack zum Basteln…

Und welche Ideen hast du?

Das war der letzte Teil der Reihe. Hoffentlich waren für dich ein paar Ideen dabei! Die anderen Postings kannst du hier nachlesen:
(1) Bedürfnisse
(2) falsche Bedürfnisse
(3) Fehlkäufe
(4) Produkte reduzieren

Auch Lunalesca hat sich mit ihrem Bad beschäftigt:
(1) Parfum
(2) Zahnpflege
(3) Frisierzubehör
(4) Haarpflegeprodukte