Archetypen: Konzept A – Linien

Bevor wir uns aber auf das lustige Thema Filmrollen stürzen, wollte ich als erstes noch ein sehr grundlegendes Konzept erklären, die Linien.

Das Prinzip bei den Linien ähnelt jenem der Farbtypen: wiederhole in deiner Kleidung die Farben/Linien, die in deinem Körper vorkommen.

Was genau sind jetzt die Linien, auf die man achtet?

Linien im Körper – welche Comicfigur wärst du?

Wir haben hier ja Kaffeehausstimmung, und so hätte ich dir das auch auf einer Serviette erklärt:

Blog-Award krieg ich für meine Schmierpapier-Illu sicher keinen haha! (Falls es nicht klar ist: das sind stilisierte Körperformen von Schultern, Rumpf, Hüften)

Links ein stilisiertes Beispiel für eine Frau, die  in ihrem Körper sehr runde Formen hat. Rechts eine Frau mit ganz eckigen Formen. Es gibt auch noch Dreiecke und Ovale und S-Kurven und Zickizacki und Mischungen und Mitteldinger und weiß der Teufel was noch. Ja, es geht hier um Eindrücke – wie würde man einen Menschen in eine 2D-Comic-Figur übersetzen? Oder karikieren? Du als Hauptfigur in einem Adventure – wirst du eher mit dem Kurvenlineal oder dem Geodreieck gezeichnet? Oder beiden?

Was kann nun alles rund oder eckig sein? Besonders auffällig sind natürlich Schultern, Hüften, Kiefer/Kinn und Lippenbögen. Auch die Körperhöhe und Silhouette zählt zu den Linien. Aber man könnte wenn man wollte noch viel mehr Linien sehen, Nasenflügel, Augenbrauen, Fingerkuppen und wie die Zehen stehen und so. Die sind nicht an oberste Stelle relevant, aber gehören zum Gesamtbild natürlich mit dazu.

Linien und Kleidung – Schnörksel vs. Geometrie

Es gilt als harmonisch, wenn man diese Linien in seiner Kleidung wiederholt.  Das fängt im Großen an: wer zum Beispiel sehr lang wirkt, wirkt super in Sachen, die zu dieser Länge passen und sie auch betonen (Maxikleider, hui! Sehr viel besser meist als knielange Kleider in diesem Fall). Das klappt auch im Kleineren: wer aus vielen runden Linien besteht, der empfindet meist auch gerundete Muster, Schuhspitzen, Schmuck als am Passendsten.
(Das alles kommt noch viel genauer, jetzt gehts nur ums Prinzip!)

Auf die Schnelle fallen mir auch zwei Beispiele ein:
Hier ist Rooney Mara, ziemlich eckige Dame. Wirkt super in eckigen, edgy Sachen. Ich weiß nicht, wer sie hier bitte in lauter rundes Zeug (in diesem Fall die Locken) gepackt hat. Man erkennt sie kaum wieder. WTF?
Kate Winslet dagegen ergibt in Locken (und Schnörkselrankenspitze) absolut Sinn. In Divergent haben sie sie in ganz cleane gerade Linien gepackt (Kleidung, Frisur), ich hätte sie fast nicht wiedererkannt.

Verstehst du ein bisschen, was mit Linien gemeint ist?
Diese Linien kann man wie gesagt auch am restlichen Körper sehen. Es gibt zum Beispiel sowohl bei Männern als auch bei Frauen schnurgerade Schultern, die mit der Wasserwaageausgerichtet scheinen und es gibt ganz gerundete Schultern, von denen Träger so gerne runterrutschen. Es gibt unabhängig vom Geschlecht Hüften, die wie ein Kreis wirken und welche, die eher ein Quadratsind. Runde, quadratische oder rechteckige Handteller. Auch Zehen können im Halbkreis stehen oder einen schnurgeraden Abschluss haben (so als ob sie eben für runde oder gerade Schuhspitzen prädestiniert wären) Lauter solche Sachen.

Links runde, rechs eckige Linien im Schulterbereich.

Selbe Körpergröße, selbe Haarfarbe, selber Farbtyp, selbes Kleid. Und doch ist in diesem Bild links und rechts alles so anders. Links, das bin ich. Schmale gerundete Schultern, weich wirkende Oberarme. Rechts, das ist meine Freundin – was bei mir gerundet ist, ist bei ihr linealgerade. Wie unsere Schlüsselbeine liegen, wirkt bei mir wie eine leichte Kurve, bei ihr wirkts ganz gerade bis fast schon leicht dreieckig. Die Schulterlinie Hals-Schultergelenk ist bei mir geschwungen, bei ihr viel geometrischer. Zick-zack-zick. Sogar ihr Schultergelenk ist genau betrachtet keine Kurve, sondern eckig. Deswegen hab ich hier bei mir einen Kreis und bei ihr ein Quadrat dazugemalt, um das zu demonstrieren. Unsere Oberarme – bei mir folgt die Außenlinie einer leichten Kurve, bei ihr gehts – zack – schnurgerade runter. Witzig auch, dass man sogar in diesem kleinen anonymen Ausschnitt sieht, wie komplett unterschiedlich das selbe Cocktailkleid an uns sitzt. Während man bei mir genau sieht, dass sich da weiter unten eine deutliche Taille verjüngt, gehts bei meiner Freundin fast ganz gerade runter. Das Kleid war für ihren geraden Körper nicht schmeichelhaft.
Auf den ersten Blick bild ich mir auch immer ein, ich würde das Oberteil besser ausfüllen als meine Freundin, dabei sind einfach nur die Linien an meinem Körper passend – ausfüllen tun wir das Oberteil beide nicht 😀

Das mit den Linien wird bei den Archetypen nicht zu stark im Detail gesehen. Es wird auch niemand mit dem Geodreieck abgemessen. Es geht stärker um Eindrücke: Wirkt dieses Gesicht, diese Schultern, Arme, Hüften etc. im Gesamtbild eher kantig auf mich oder eher weich und rund? Was fällt mir als erstes auf? Wie sind die Proportionen im Groben? (Langer Körper, kurzer Körper, Taille eng oder gerade, Schultern breit oder schmal etc.) Interessant wird es, wenn jemand zwar maßbandtechnisch eine stärker ausgeprägte Taille hat, die jedoch im Vergleich zu den starken Schultern einfach nicht auffällt.
Ich sehe in meinem Gesicht sehr viele runde Linien. Sowohl mein erster Eindruck ist „rund“, als auch die Details. Lippenbögen, Nasenflügel, Ohrläppchen, Unterlippe – alles ziemlich exakte Halbkreise eigentlich. Mein Kiefer ist gerundet und nicht grade scharf geschnitten. Meine Augen sind runde Rehaugen. Meine Zehen stehen im Kreis. Ich bin zu einem überwiegenden Großteil „ähnlich“ wie die linke Frau auf der Schmierpapier-Illu, nur wengier üppig und von Natur aus nicht lockig.
Es klappt gut, wenn ich diese Eigenschaften auf meine Kleidung übertrage: Mir stehen am besten runde Ausschnitte, Creolen und tropfenförmige Ohrringe und Schnörkselmuster. „Eckiges“ wie eckig-geometrische Muster oder eckige Ausschnitte etc. wirken hart und fremd an mir.
Meine Freundin vom oberen Beispiel wirkt super in cleanen Schnitten und geometrischem Understatement. Das gibt ihren symmetrischen, recht ausbalancierten und eher eckigen Körper wieder. Runde Formen wie oben das Kleid sind, wie man auch in diesem Ausschnitt erahnen kann, ziemlich seltsam an ihr.
Aber nicht alle Menschen sind so eindeutig entweder „rund“ oder „eckig“, es ist eher eine Skala, an der ich zum Beispiel stark (aber nicht 100%) am „runden“ Ende steh oder Rooney Mara stark (aber nicht 100%) am „eckigen“ Ende – kommt noch alles. Also keine Panik, wenn du jetzt grade an dir selbst vielleicht noch nicht ganz so schlau wirst (und wenn du auch noch nicht ganz kapierst, was ich in der Beschreibung meiner „symmetrischen Freundin“ gemeint hab). Das mit den Linien soll ja auch erst mal das Konzept erklären und dein Auge schulen.
Welche Linien siehst du bei dir selbst? Hast du jetzt auch Angst, Menschen zu lange anzustarren, weil du ihnen gedanklich Linien drauf malst? Hast du Fragen?

Archetypen

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, wie man seinen Stil findet.
Für manche Menschen ist Kleidung vor allem Kunst – einige Designer sind sogar so experimentierfreudig, dass ihre Kleidung und Schuhe gar nicht unbedingt dafür gedacht sind, sie anzuziehen, sondern reine Kunstgegenstände sind. Die Frage, was guter Stil ist, orientiert sich hier wohl an ähnlichen Gesichtspunkten, wie sie auch für bildende Kunst gelten.
Die vermutlich meisten Menschen möchten durch ihre Kleidung ihr Innerstes darstellen, ihre Werte und ihren Geschmack. Guter Stil passt dann zu Charakter und Persönlichkeit. Das ist die „Software“, über die ich schon ansatzweise geschrieben hab (und über die ich später doch noch mehr bringen möchte).
Ein weiterer Ansatz sind die Archetypen. Sie bleiben auf der Oberfläche, was sie aber deswegen nicht uninteressanter macht. Hier wird versucht, aus Kleidung und Körper ein harmonisches Bild zu gestalten, indem die Kleidung den Körper sozusagen imitiert. Es wird äußere Authentizität angestrebt.
Diese Konzepte lassen sich aber auch wunderbar verbinden, sodass jeder sich aus allem rauspicken kann, was er mag.
Was sind Archetypen? Da hab ich jetzt selber nachschauen müssen. In der Philosophie und der Psychologie sind das offenbar bissl verschiedene Dinge. Ich kenn mich leider mit beidem nicht aus. Ich habs so verstanden, dass Archetypen Vorstellungen von bestimmten sozialen Rollen sind, die der Menschheit ureigen ins Hirn gebrannt scheinen. Egal aus welcher Kultur oder Zeit, jeder hat ein ähnliches Bild vor Augen, wenn er die Begriffe Weise Frau, Krieger oder Mutter hört.
Die Archetypen auf den Stil bezogen, liegen stärker auf einer popkulturellen Basis und sind bestimmt auch ziemlich eurozentristisch. Aber wir alle haben ebenfalls ein sehr homogenes Bild vor Augen, wenn wir Begriffe hören wie Girl next Door, Amazone oder Hell’s Angels Biker. Ein bisschen sind Archetypen auch wie Filmrollen, oder?
Kleiner Teaser: Hast du dich nicht auch schon mal gefragt, warum manche Schauspieler bestimmte Rollen so besonders glaubwürdig verkörpern oder (bei Literaturverfilmungen zB) unterschiedliche Schauspieler in den selben Rollen nicht nur wegen ihrer unterschiedlichen Interpretation der Rolle ganz anders wirken? Manche Leute sind richtig prädestiniert für bestimmte Rollen – Tilda Swinton als überirdische Vampirfrau, oder Jennifer Aniston als lässig-starkes Girl next Door. Adrien Brody könnte nie eine Kante von Biker spielen, und Monica Belucci wäre als kumpelhafte Hiphopgöre auch nicht so wirklich glaubhaft. Diese Frage nach Filmrollen wird hier dann recht zentral (und hoffentlich unterhaltsam) sein. 
Bei den Farbtypen haben wir schon gesehen, Menschen empfinden es als harmonisch wenn die Kleidung körpereigene Farben wiederholt. Mensch und Hülle werden zu einer authentischen Einheit, wodurch wir das Gefühl haben, wir sehen den Menschen selbst (und nicht seine Kleidung). Wie wir eine Farbe wahrnehmen, hat mit dem Kontext zu tun, in den wir sie setzen. Die Farbe Lachs wirkt neben Kürbisorange wie Rosa und neben Fuchsia wie Orange. Setzen wir unseren Körper in den falschen farblichen Kontext, wirkt er seltsam: Ein True Summer wirkt gelblich und kränklich in Rostrot, ein True Winter angestaubt bleich in sanftem Taubenblau. In den jeweiligen passenden Farben dagegen ergibt alles Sinn.
Bei Archetypen geht’s um das gleiche, nur statt Farben sind es nun Linien und Formen und Vibes.
Archetypen sind ein bisschen komplexer und auch abstrakter als Farbtypen, es gibt leider auch eher wenig Info im Netz (weswegen ich mich schon so lange dafür drücke, diese Reihe zu schreiben).
Namen haben die Archetypen im Netz auch andere: Image Identity, Image types, Style Identity, Archetypes, Style Archetypes, Essences, Kibbe types (David Kibbe ist ein Stilberater, der auf Basis der Archetypen arbeitet(e)) sind mir alle schon mal untergekommen.
Nachtrag: Man muss nur aufpassen, dass sich nicht alle Stiltypen die man im Netz findet auch wirklich auf die „Hardware“ beziehen. Die meisten gehen von der „Software“ aus: Persönlichkeit, Geschmack, Lebensstil. Das Verwirrende dabei ist leider, dass viele Stiltypennamen gleich verwendet werden.
Es gibt vier Konzepte, die man verstehen muss, um die Archetypen zu verstehen. Die werd ich natürlich als erstes versuchen zu erklären und auch mit Anschauungsmaterial versehen.
Dann wird es konkret: es gibt natürlich StilberaterInnen, die diese Konzepte anwenden und ihre eigenen Stilsysteme/Archetypensysteme daraus gebastelt haben. Die beiden verbreitetsten werde ich vorstellen und auch möglichst viel Anschauungsmaterial verlinken.
Was dann kommt, weiß ich noch nicht – es kommt ganz auf eure Fragen zu dem Thema an und was mir sonst so am Weg noch einfällt.Vielleicht auch Ideen, wie man trotzdem Inspiration draus ziehen kann, auch wenn einem das doch eher abstrakte Konstrukt nicht so zusagt. Mal sehn.
Auf jeden Fall gibt’s dann hier in diesem Einstiegsposting ein Inhaltsverzeichnis.

Die Archetypen gehören zur Blogreihe Operation Kleiderschrank.

Inhaltsverzeichnis
Konzept A: Linien
Konzept B: Yin und Yang
Konzept C: Filmrollen und Essences
Konzept D: Stil

System A: Kibbe
System B: Kitchener

Obst und Körperproportionen

Heute geht es um Körpertypen, die ich persönlich immer nur „die Obsttypen“ nenne. Ich glaube, wir alle kennen sie: Birne, Apfel, Säule, Sanduhr, Dreieck.

Ich brauch da ja nicht viel drüber schreiben, die Obsttypen sind aus diversen Frauenzeitrschriften bekannt, wenn auch nicht in tiefergehenden, praxisnäheren Details –

zu denen möchte ich dir diese vier Quellen empfehlen:

Die Modeflüsterin – Sehr guter deutschsprachiger Blog zum Thema, richtet sich zwar an Frauen jenseits der 35, das heißt ja nicht dass man sich als jüngere nicht auch was mitnehmen könnte.

How to look good – Unter der Rubrik „dress for your shape“ habe ich zum ersten Mal eine Anleitung gefunden, die nicht davon ausgeht, dass kleine Frauen automatisch auch eine knabenhafte Figur haben. Es gibt ausführliche pdfs mit Tipps zu den jeweils empfohlenen Kragenformen, Hosenschnitten und Farbwahl.

Trinny and Susannah – über diese beiden Frauen stolpert man oft im Netz. Sie unterscheiden viel feiner zwischen den Körperformen und bringen realistische Alltagsbeispiele. Infos findet man zum Beispiel hier und hier.

Inside Out –  Auch hier gibts unter Body – Body Shapes alltagsnahe Bilder und Tipps, über die du wahrscheinlich auch auf pinterest schon gestolpert bist. Auch viele andere Tricks finden sich hier, nicht nur Obsttypen.

Tut mir leid für jegliche Herren, die hier mitlesen (lesen hier überhaupt Männer mit?), aber ich hab nur Infos für Frauen gefunden. Die grundlegenden Prinzipien wie Proportionen, Goldener Schnitt und „Blickpsychologie“ sind aber universell und in der Praxis flott umübersetzt.

Es mag vielleicht nicht immer alles funktionieren (bei mir Birne loosen zB die empfohlenen A-Linienröcke voll ab), aber man schult auf alle Fälle seinen Blick.

Es ist auch ein guter Einstieg in das Thema Archetypen, das ich ab nächster Woche präsentiere.

Nachtrag: Anuschka von into-mind hat hier ihre Gedanken zu den Obsttypen aufgeschrieben. Ich wollte das Thema neutral präsentieren, aber finde ihre Sichtweise durchaus berechtigt. Ich bin selber kein Fan von den Obsttypen und würde zB Trinny und Susannah in ganz vielen Punkten/Makeovers massiv widersprechen. Aber wer was hilfreich findet, ist halt individuell. Und wenn man sagt, Körpertypen sind Mist, jeder soll anziehen können, was er/sie will, dann hat das für mich auch den Subtext von „Jedem steht alles“ – was halt leider nicht stimmt. Was hier nämlich mitschwingt ist: … und wenn es dir nicht steht, ist was mit dir verkehrt. Ich hab selber ein paar Dinge aus den Links oben mitnehmen können, auch wenn ich die Archetypen halt einfach wirklich enorm hilfreicher gefunden hab, die sind zwar komplexer, haben aber eine weitaus höhere Zufriedenheitsquote. Letzlich gilt aber: Jeder ist anders, jedem hilft was anderes, jedem sagt was anderes zu.

Die Obsttypen sind Teil meiner Operation Kleiderschrank.

Ich bin eine Petite Pear, und du?





Farbtypen: Schummeln und Umfärben

Na, in der (etwas längeren *hust*) Zwischenzeit schon deinen Farbtyp bestimmt? 🙂
Wahrscheinlich hast du mittlerweile festgestellt, dass die Sachen in deinem Schrank nicht immer optimal für deinen Farbtyp sind.
Aber deswegen gleich alles raushauen? Nicht unbedingt nötig (außer es sind Sachen, die du sowieso nicht so gerne getragen hast, dann freut sich wer auf der Tauschparty sicher drüber). Aber wenn du sowieso im Ausmistmodus bist, dann nur zu!

Ich hab jedenfalls zwei Ideen, wie du unpassende Sachen trotzdem weitertragen kannst: Schummeln oder Umfärben. Die können dir bei der Durststrecke helfen, bis du den farbtypgerechten Kleiderschrank beisammen hast (so du das wünscht), oder auch bei Neukäufen. Weil man nicht ganzjährig alle Farben findet (im Frühling kommen die Frühlingsfarben in die Geschäfte, im Sommer Sommerfarben, etc. ), oder weil man für den Wunschlook ein paar fremde Farben dazumischen will, oder weil was auch immer.

Und sowieso: Das Farbtypenzeugs nur bis zu dem Punkt anwenden, wo es dir wirklich was bringt. Sobald es nervt, ist es ja uncool.

Alternative 1: Schummeln

  • Je näher eine Farbe beim Gesicht ist, desto wichtiger ist es, dass sie mit der Haut harmoniert. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass du dich nabelabwärts austoben kannst. Und du kannst einfach ein Halstuch in der richtigen Farbe dazukombinieren und schon passts wieder. Manchmal wirken sogar schon größere Ohrringe oder ein Lippenstift.
  • Je kleiner die Fläche, desto geringer auch die Wirkung auf deine Haut. 
  • Ein Mosaik aus hauptsächlich kalten Farben wirkt insgesamt kalt. Siehe auch den tollen Beitrag von der Modeflüsterin.
  • Wenn Anmalen kein Problem für dich ist: Mal dir halt den Gegenpol zu einer zu knalligen oder zu dunklen oder zu sanften oder zu hellen Farbe ins Gesicht. Es wird nicht perfekt sein, aber Otto-Maria Normalverbrauchsi wirds eh nicht checken. Noch besser ist farbtypgerechtes Makeup – laut Modeflüsterin (Link oben) rettet besonders Lippenstift aus deiner Palette einiges.
  • In Nachbarpaletten wildern: Wenn du als True Summer beim Light Summer klauen gehst, schau halt drauf, dass es die neutraleren Töne sind und nicht die wärmeren. Ein True Spring kann sich getrost auch mal bei den helleren und leuchtenderen True Autumn Farben bedienen. Es wird nicht besonders optimal sein, aber da die meisten Leute eh nur anziehen, was ihnen gefällt und nicht, was ihnen steht (jetzt wo du deine Augen mit den Farbtypen geschult hast, wird dir das in der Ubahn sicher schon auffallen), wirds kaum jemand bemerken.
  • Es gibt Situationen, wo es wichtiger ist, dass du die richtigen Farben anziehst. Bewerbungsgespräche, Diplomprüfungen, Projektpräsentationen zum Beispiel – überall wo du kompetent rüberkommen willst. Und es gibt Situationen, wo es wurschter ist, ob du die richtigen Farben anhast. Die Leselampe auf der Unibibliothek, dein Fernseher oder die Langhantel werden sicher nicht die Nase rümpfen. Auch deine Freunde mögen dich in allen Farben.
  • Man kann mit ein paar Tricks auch fremde Farbtypen imitieren. Dadurch, dass ja jede Palette hellere, dünklere, intensivere, zartere, schlichtere, fröhlichere usw. Farben hat, es in jeder Palette eine Version von Rot, Grün, Gelb, Violett, Blau etc. gibt, ist das oft gar nicht so schwer. Man pickt sich da einfach die Farben aus der eigenen Palette, die zum gewünschten Vibe passen (Waldelfe, Glamour, Klassisch, Hippie, was auch immer) und ergänzt sie bei Bedarf durch Klauen in Nachbarpaletten (das dann auf den kleinen Flächen, siehe auch Mosaiktrick). Ich hab mich hier auf Pinterest irgendwann mal mit dem True Winter gespielt und hier für eine grünliebende Freundin die recht blaustichige True Summer Palette grünifiziert.

Alternative 2: Umfärben. 

Es gibt von Simplicol und Dylon Daheim-in-der-Waschmaschine-Färbesets, aber auch viele Textilreinigungen und Änderungsschneidereien bieten einen Umfärbeservice an.
Dabei sollten aber (neben dem Üblichen, das auch bei der beliegenden Färbeanleitung bzw. auf der Herstellerseite steht) ein paar Dinge beachtet werden:
  • Das Ergebnis ist nicht sicher voraussagbar. Also nicht unbedingt gleich schon beim Lieblingsteil testen.
  • Pass auf, dass es nicht zu dunkel wird. Lieber nach dem System „dünne Farbschichten übereinander“. Es kommt immer auf die Ausgangsfarbe an (auf der Simplicol-Seite gibts einen Farbmischer, der einem eine Ahnung gibt)
  • Die Ausgangsfarbe kann ein sehr ausschlaggebendes Kriterium sein, besonders wenn man für einen klaren Typen färben möchte. Ein hellbeiges Kleid wird nie wirklich klar und leuchtend 🙁 Das klappt nur mit einer schneeweißen Ausgangsbasis
  • Nähte bleiben leider immer im Originalton, weil die üblicherweise aus strapazierfähigem Synthetikgarn sind. Auch für Stickereien gibt es keine Garantie, dass die 100% mitgefärbt werden. Ich hab mir allerdings schon öfters bei Schwarzfärbungen mit einem schwarzen Textilstift beholfen und die Nähte halt dann händisch nachgefärbt. Sollte wohl auch bei anderen Farben klappen (aber nur den Faden erwischen! Sonst hat man patzige patscherte Farbkleckse rund um die Naht).
  • Wenn es darum geht, ein zu kühles Shirt wärmer zu bekommen, empfehle ich eine dünne Schicht Maisgelb. Ein zu warmes Shirt wird mit reinem Buntstiftblau (dünne Schicht!) kühler. Eine zu knallige Farbe kann ein Soft-Typ mit Safari sanfter bekommen, ein True Summer wählt dann vielleicht lieber ein Reingrau.
  • True Winter und die beiden Bright Typen schauen eventuell bei dieser Methode durch die Finger. Ich habe bis jetzt nur bei einem Tuch geschafft, eine wirklich strahlende, klare Farbe zu bekommen (ihr kennt doch diese typischen Tücher aus den Ethno-Geschäften? So gewebt, in vielen Farben erhältlich und immer mit so roter Sanskrit-Schrift und Buddha drauf. Das Zeug lässt sich aus irgendeinem Grund echt genial gut färben!). Wirklich leuchtende Ergebnisse hab ich bis jetzt nur bei Maisgelb und Apfelgrün gesehen (True Spring, aber auch für Bright Spring geeignet!). In den letzten Jahren hat Simplicol außerdem die Produktpalette verändert, die Farben sollen insgesamt viel sanfter geworden sein (die Sommertypen haben wohl Glück gehabt).

Hast du auch noch ein paar Ideen?

    Mit dem MBTI Menschen durchschauen (2)

    Wie letzte Woche angekündigt ergibt der MBTI für mich ehrlich gesagt erst richtig Sinn, wenn man in die Details geht.

    Kurz erklärt: Die Buchstaben S N T F gibt es eigentlich in zwei Ausführungen. Es macht einen Unterschied, ob man diese Funktionen internalisiert oder externalisiert (bzw. introvertiert oder extrovertiert).

    Ein Beispiel: Person A und Person B sind beide Sensors. Aber:

    • Person A liebt Action, braucht Action. Er ist Kletterlehrer und ständig auf Achse. Hier Rafting, dort Paragliding. Sein Lebensstil braucht eine schnelle und präzise Wahrnehmung seiner Umwelt (und die hat er auch). 
    • Person B braucht die Action nicht. Sie ist Restaurateurin und liebt die kleinen Details. Ihre Hobbies neben dem Job sind die Malerei und kulturelle Reisen, und die hat sie schon seit Kindheit an. 

    Der Unterschied zwischen den beiden ist: Person A externalisiert das Sensing (das S bekommt hier ein kleines e dazu: Se), also sein Sensing interagiert besonders mit der Außenwelt, Person B internalisiert es (Si), diese Sensing-Funktion interagiert besonders mit der Innenwelt.

    Die kognitiven Funktionen

    Die Funktionen sind also nun im Detail: Se/Si, Ne/Ni, Te/Ti, Fe/Fi.
    Im Internet auch unter cognitive functions bekannt.

    Hier eine kleine Übersicht:

    Se ist extrovertiertes Sensing: Se nimmt seine Umwelt sehr klar wahr: Lichter! Farben! Formen! Geräusche! Glitzer! Geschwindigkeit! Se lebt im Hier und Jetzt, Handelt sofort. Se geht Risiken ein und liebt Action.
    Si ist introvertiertes Sensing: Si vergleicht ständig die Gegenwart mit der Vergangenheit und nimmt kleine Details sehr genau wahr. Si sammelt sowohl Erfahrungen (die ständig mit bisherigen abgeglichen werden), als auch praktisches Wissen bzw. Wissen, das praktisch angewendet werden kann.

    Ne ist extrovertierte iNtuition: Für Ne ist die Zukunft immer eine Explosion an Möglichkeiten. Neue Ideen sind sein Antrieb, alle Möglichkeiten vor sich zu haben, macht Ne glücklich, Langweilt sich aber auch schnell.
    Ni ist introvertierte iNtuition: Ni hat für die Zukunft eher ein bestimmtes Ziel vor Augen, eine bestimmte Vision, die anvisiert wird. Ni sammelt Informationen und Wissen wie ein neurotischer Schwamm, der nie voll ist. Ni weiß Dinge oft einfach, ohne sagen zu können warum oder woher.

    Fe ist extrovertiertes Feeling: Fe nimmt Emotionen von anderen sehr stark wahr (oft sogar stärker als die eigenen), lässt sich leicht mitreißen und auch leicht runterziehen. Fe orientiert sich stark an den die Person umgebenden Werthaltungen. Fe heult eher, weil es mit den Gefühlen anderer so mitfühlt, als dass es wegen eigenen Gefühlen weint.
    Fi ist introvertiertes Feeling: Fi hat ein reges Gefühlsleben, das allerdings nicht so sehr nach außen gelangt – auch, weil Fi sich schwer tut, seine reichen Emotionen zu artikulieren. Gefühle sind für Fi-User eher sehr privat, aber auch sehr unabhängig von anderen. Dinge sind für Fi völlig unabhängig vom sozialen Umfeld richtig oder falsch.

    Te ist extrovertiertes Thinking: Te wendet Logik nach außen an: Organisation, Ordnung, Effizienz, Umsetzung. Fakten.
    Ti ist introvertiertes Thinking: Ti wendet Logik nach innen an. Will immer wissen, wie und warum etwas funktioniert. Analysiert alles.

    Du findest hier eine gute Übersicht über die Funktionen. Wenn du besser verstehen willst, was die jeweiligen intro/extro Versionen unterscheidet, gibt es hier kurz und knackig die Erklärungen:
    Sensing: Se vs. Si
    Intuition: Ne vs. Ni
    Feeling: Fe vs. Fi
    Thinking: Te vs. Ti

    Zusammenspiel der kognitiven Funktionen

    Alle Menschen verwenden alle diese Funktionen. Allerdings unterschiedlich stark.

    Ein INTP verwendet zum Beispiel, abgestuft nach Stärke: Ti Ne Si Fe Te Ni Se Fi.
    Die erste Funktion (auch dominant function genannt, hier also ein Ti-dom) ist die am Stärksten ausgeprägteste, die auch stark die Identität dieser Person ausmacht.
    Die 2. Funktion (auxiliary, hier: Ne-aux) und die 3. Funktion (tertiary; hier: Si) sind schon nicht mehr so ausgeprägt, aber trotzdem fleißig in Nutzung, die 4. Funktion (inferior; hier: Fi) arbeitet meistens eher ungeübt und sehr im Hintergrund. Da die 4. Funktion schon so patschert ist, sind die restlichen 4 Funktionen (auch Schattenfunktionen genannt) schon gar nicht mehr identitätsstiftend – man verwendet sie höchstens ganz selten, wenns grad sein muss. Deswegen zählen eigentlich nur die ersten 4.
    Ein INTP verwendet also: Ti Ne Si Fe. (Welche Funktionen die anderen Typen nutzen, findest du hier)

    Du siehst, es kommt drauf an, an welcher Stelle eine Funktion steht. Je weiter vorne, desto geübter ist man, je weiter hinten, desto ungeübter. Die erste Funktion ist dermaßen natürlich für einen, dass man sich oft schwer tut, sie bei sich selbst überhaupt wahrzunehmen. Die letzte Funktion ist patschert, kindisch, entweder ganz ein oder ganz aus – und man kann wenig dagegen tun. Ein bisschen trainieren schadet nicht, aber man wird gegen jemanden, der diese Funktion weiter oben im „stack“ hat, immer abloosen.

    Ok, und wie schaut das jetzt im Detail aus?
    Wie erkenn ich denn, ob ich Se an erster Stelle oder an dritter hab?
    Hierzu gibts eine gute, kurze und knackige Übersicht darüber, wie die Funktionen sich an den verschiedensten Stellen zeigen:
    Se und Si / Ne und Ni / Te und Ti / Fe und Fi

    Was du auch sehen kannst: jeder Feeler verwendet auch eine Thinker-Funktion und umgekehrt. Auch jeder Sensor verwendet eine iNtuitive-Funktion (und umgekehrt). Es ist so sehr viel realitätsnaher und die nervigen Klischees und Vorurteile (Thinker sind eiskalte Rationalisten, Feeler sind irrationale Waschlappen etc.) können sich schnell brausen gehn.

    Die Funktionen arbeiten natürlich auch stark miteinander. Wenn mein INTP-Freund Pizza bestellt, werden zuerst alle Möglichkeiten ausgelotet (Ne),  um dann anhand von Analysen (Euro/cm² bei unterschiedlichen Pizzagrößen plus Onlinebewertungen, die nach lukullischer Glaubwürdigkeit gewichtet werden, was anhand von Nickname- und Reizwortanalyse passiert) das beste Preis/Leistungsverhältnis zu eruieren (Ti), schließlich fühlt er meinen extrem bösen ausgehungerten Blick im Nacken und bestellt mir zuliebe seufzend mit noch unausgegorener Analyse (Fe). Sein Si registriert, ob das letzte Mal mehr Pfefferoni drauf waren. (Und ich übertreibe nicht!)

    Welche Funktionen nutzt du? Vermutlich hast du dich schon bei ein paar wiedergefunden. Vielleicht hilft dir auch diese Spielerei weiter: Die Funktionen gehen in einen Vergnügungspark.

    Außerdem kannst du auch einen Test machen: cognitive functions quiz. Gibts nur auf Englisch, nimm dir ein Wörterbuch, wenn du dir bei einem Wort nicht 100% sicher bist, dass du weißt was es bedeutet.

    Zusammenspiel zwischen Menschen

    Es gibt da sehr viele Ansichten, teilweise auch ganz unterschiedliche. Eigentlich läuft es auf die beiden küchenpsychologischen Standard-Wahrheiten hinaus: a) Gleich und gleich gesellt sich gern / b) Gegensätze ziehen sich an
    Es gibt Leute/Experten, die behaupten, je mehr Buchstaben man sich teilt, desto harmonischer ist die zwischenmenschliche Beziehung. ENFP und ENFJ zum Beispiel. Oder ISTP und ISFP. Wenn man aber in die Funktionen reingeht, ist die Ähnlichkeit schon wieder dahin: ENFP (Ne Fi Te Si) und ENFJ (Fe Ni Se Ti) haben überhaupt keine Gemeinsamkeit hier. ISTP (Ti Se Ni Fe) und ISFP (Fi Se Ni Te) schon mehr. Die selben Funktionen, nur in unterschiedlicher Anordnung teilen sich zum Beispiel ISTP, ESTP, INFJ und ENFJ.
    Dann gibt es Leute/Experten, die der Meinung sind, N und S müssen gleich sein, aber die anderen Buchstaben idealerweise komplett „geflipped“. ESTP und ISFJ, INTP und ENFJ etc. Das Wichtigste sei die gemeinsame Basis als Sensor oder Intuitive, in den anderen „Buchstaben“ ist es aber gut, wenn man sich gegenseitig ausbalanciert.
    Dann wieder andere sehen das perfekte „Paar“, wenn alles anders ist, weil jeder dem anderen geben kann, was er selbst nicht gut kann und somit zwei Hälften perfekt aufeinander passen. ISTP und ENFJ zum Beispiel. Da haben wir im Detail aber Ti Se Ni Fe und Fe Ni Se Ti – also wieder nix mit „komplette Gegensätze, die sich gegenseitig ausbalancieren“.
    Eher, dass ENFJ seine niedrigeren zwei Funtionen gut trainieren kann, indem es Zeit mit dem ISTP verbringt und umgekehrt. Das wäre dann wieder der „Lernansatz“, dass man mit dem anderen Partner optimal wachsen kann.

    Bist du jetzt verwirrt? Gut so. Denn du siehst, man kann nicht mal innerhalb des MBTI so einfach sagen, was jetzt (auf den ersten Blick) Gemeinsamkeiten sind und mit wem man sich vertragen wird. Und dazu kommt dann auch noch, dass das Zusammenspiel einerseits zwischen MBTI und dem persönlichen Hintergrund (Erfahrungen, Sozialisierung, Kultur, Zeit, Familie/Freunde …), andererseits innerhalb des MBTIs (unterschiedlich trainierte Funktionen, „ungesunde“ Versionen etc) so komplex ist, dass man einfach nicht fix voraussagen kann, mit wem man sich vertragen wird: Man kann von dem einen ENFP ur genervt sein, aber der andere ENFP ist seit Kindheit an der engste Freund. Man kann sogar Menschen mit dem selben MBTI wie man selbst einfach nicht mögen dafür mit vermeintlich „falschen“ MBTIs jahrzentelang glücklich befreundet oder verheiratet sein.

    Ernsthaft, Leute: Tendenzen hin oder her, der Einzelfall entscheidet.

    Wir sind alle viel mehr als nur der MBTI.

    Andere Menschen analysieren

    Generell ist es leichter, je besser man die Person kennt.

    Was man als Außenstehender am meisten wahrnimmt, sind die externalisierten Funktionen. Die internalisierten laufen ja im Kopf drin ab. Wenn man also auf der Arbeit einen Kollegen hat, der ganz eindeutig und ständig Ne verwendet, kann man sich noch nicht sicher sein, dass das auch seine dominante Funktion ist. Internalisierte Funktionen passieren im Kopf drin und sind schwerer herauszufinden, sie äußern sich erst im täglichen, intimeren Umgang miteinander. Und manchmal äußern sich Funktionen im Alltag auch (vermeintlich) ähnlich (Si und Ni kann zB leicht verwechselt werden). Die unterschiedlichsten MBTIs können das selbe Hobby haben – warum sie das Hobby haben und wie sie damit umgehen ist ausschlaggebend für den MBTI.

    Wenn ich andere Leute analysiere, geh ich sowohl von der „einfachen Buchstabenversion“, als auch von den in diesem Posting beschriebenen kognitiven Funktionen aus. Es sind ja einfach zwei Blickwinkel auf die selben Typen. Aber besser funktionierts schon mit den kognitiven Funktionen, bzw. sind die dann letztlich ausschlaggebend.
    Mir persönlich hilft auch der Vergleich mit mir selbst und wie Menschen mit mir wechselwirken oder wir gegenseitig aufeinander reagieren und wo oft Missverständnisse oder auch blindtaubes Verstehen aufkommen.
    Interessant wirds auch, wenn man beobachtet, welche Funktion am patschertsten angewendet wird – die kommt nämlich meist bei Stresssituationen zum Vorschein (viele Infos dazu im unten angeführten Buchtipp von Naomi Quenk).

    Aufpassen muss man aber bei den vielen vielen Klischees, die im Netz kursieren. Der funkyMTBI-Blog korrigiert ständig Stereotype, also lesen und staunen und lernen 🙂
    Trotzdem kann man verschiedene Typen durchaus an Lebensstil und Hobbies erkennen. Schau dir mal diese kurze Auflistung an.

    Falls es dich aber beruhigt, ich hab noch nicht bei allen Menschen in meinem Umfeld herausgefunden, welcher MBTI sie sind. Teilweise hab ich sie auch einfach Tests machen lassen (vor allem damals wo das Thema noch ganz neu für mich war). Es gibt Leute, wo einen der Typ richtiggehend anspringt, und welche wo man sich nie 100% sicher ist. Es gibt auch nicht ganz so wenige Leute, die sich selbst falsch eingeschätzt haben und nach ein bisschen Lektüre draufkommen, Moment!
    Da können, aber müssen keine Stereotype Schuld sein.

    Vielleicht geht es dir aber bald genauso wie mir, dass du Menschen mit dem MBTI nicht nur besser verstehst, sondern sie auch besser wertschätzen kannst, für das was sie sind. Und das, was du bist, und du kannst.

    Links

    Du wirst es bemerkt haben, ich hab dazu einen Lieblingsblog: funky mbti fiction
    Neben der kurzweiligen Analyse von Protagonisten in Filmen und Büchern werden viele Fragen zum Thema MBTI und kognitive Funktionen beantwortet. Klick dich auch mal durch die Navigationsleiste.
    Es gibt natürlich auch ernsthaftere Lektüre irgendwo da draußen, aber ganz ehrlich: Dieser Blog macht so viel mehr Spaß.

    Sehr lustig finde ich auch das Projekt hier: Wie die unterschiedlichen Typen in der Postapokalypse handeln. Natürlich (absichtlich) beinhart viele Klischees, aber genau das macht es ja so lustig zu lesen.

    Nachtrag: Mittlerweile kann ich auch Bücher empfehlen:
    Naomi Quenk: Was that really me? (Der Titel sagt es nicht, aber es geht darum, wie die MBTI-Typen mit Stress umgehen, wie sie aus Stresssituationen rausfinden und welche Arbeitsumgebung ihnen guttut. Enorm hilfreich, wenn du dir unsicher bei deinem Typ bist. Es ist fast gruselig wie die Sachen da drin stimmen… Und sehr hilfreich, um die einzelnen kognitiven Funktionen besser zu verstehen. Dieses Buch ist genial!)
    Tieger & Barron-Tieger: Nurture by Nature (Der MBTI von Kindern, aber hilft auch beim Typisieren von anderen und mit dem Umgang mit anderen MBTI-Typen als deinem eigenen)

    Und wer sich fragt, warum INFJs alle so geil auf MBTI sind – hier die Erklärung.

    Na, alles klar? Oder doch zu viel Info auf einmal? Verrätst du mir deinen MBTI (sofern dus noch nicht getan hast)?